Vor 75 Jahren, am 25. Mai 1946, schloss die Schweiz mit den westalliierten Siegermächten USA, Grossbritannien und Frankreich das Washingtoner Abkommen. Damit verpflichtete sie sich unter anderem 250 Millionen Franken zu bezahlen, als Beitrag zum Wiederaufbau Europas. Das Abkommen markiert eine Wegscheide für den neutralen Staat nach dem Zweiten Weltkrieg: Die Schweiz überwand ihre zeitweilige Isolation und stellte die Weichen für eine Integration in die westliche Nachkriegsordnung.
Aktuelle Forschung von Hänni zeigt: Während der dreimonatigen Verhandlungen in Washington waren die USA dank SIGINT und HUMINT gut über die Verhandlungsziele und Verhandlungstaktik der Schweiz informiert. Die Army Security Agency, ein Vorläufer der NSA, fing die verschlüsselte Kommunikation zwischen der Schweizer Delegation in Washington und dem Aussenministerium in Bern ab und konnte die Nachrichten dechiffrieren. In der Schweiz wiederum lieferte der Präsident der Sozialdemokratischen Partei (SP), Hans Oprecht, dem US-Geheimdienst SSU wertvolle Informationen.
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